Unter diesem Titel zeigt „LebensWert“ die Anzahl der zur Zeit aktuellen Hilfsprojekte in Madagaskar auf, die seit Jahren und bis auf weiteres finanzielle Unterstützung erhalten. Im Weiteren wollen wir mit den Kurztexten und Bildern den Spenderinnen und Spendern ersichtlich machen, um was für Hilfeleistungen es sich in den einzelnen Gebieten handelt.

Andranovory: Mittagstische für rund 400 Kinder

Der Orden der Missionsschwestern von der Heiligen Familie (MASF) mit Sitz in Kriens CH, unterhält seit vielen Jahren unter anderen auch in Madagaskar mehrere Hilfsprojekte. Eines davon befindet sich im Süden des Landes, in Andranovory. Ein grösseres Schulcenter mit zehn Lehrpersonen betreut dort gegen 400 Kinder von der 1. Primar- bis zur 3. Sekundarklasse.

Die Kinder kommen meist aus abgelegenen, ländlichen Gebieten und müssen mittags in der Schule verpflegt werden. Der Verein «LebensWert» unterstützt das Projekt Andranovory seit vielen Jahren und finanziert Mittagstische, Infrastrukturkosten etc., die viele Eltern nicht zu bezahlen vermögen. Damit ist einem grossen Teil der Kinder der Schulbesuch gesichert. Im Jahr 2006 wurden an dieser Schule zusätzlich zwei Schulräume finanziert.

Antsirabe: Stärkung von schutzbedürfigen alleinerziehenden jungen Müttern

Das Projekt richtet sich an 20 alleinerziehende Mütter in prekären Lebensverhältnissen in Antsirabe. In dieser Pilotphase soll ein reproduzierbares Modell zur sozioökonomischen und elterlichen Selbstständigkeit getestet und konsolidiert werden, bevor es je nach den Ergebnissen und finanziellen Möglichkeiten auf andere Gruppen ausgeweitet wird.
Direkt profitieren 20 alleinerziehende Mütter.
Indirekt: 80 Personen, darunter ihre Kinder, ihre Familien und die lokale Gemeinschaft
(Armutsbekämpfung, Verbesserung des sozialen Zusammenhalts).
Insgesamt wird dieses Projekt zur Verbesserung der Lebensbedingungen von etwa 100 Personen beitragen.
Träger dieses Projektes ist YMCA Madagaskar (Young Men’s Christian Association)

Ilaka Est: Schulhaus

In Ilaka Est, einer Kleinstadt etwa 180 km und 5 Fahrstunden südlich von Toamasina (Tamatave) bestand bisher nur eine Schule für die Unterstufe. Alle Kinder, die weiter zur Schule gehen wollten, mussten in Tamatave oder anderen grösseren Orten zur Schule. Damit bestanden für diese Kinder erhebliche Gefahren, mussten sie doch bei irgendwelchen Verwandten unterkommen. Besonders für junge Mädchen war die Situation gefährlich.

Aus diesem Grund beschlossen die «Schwestern Marie Rèparatrice» an diesem Ort eine Schule, bis und mit Matura zu bauen, damit auch in dieser Gegend eine gute Ausbildung geboten werden kann. Zahlreiche Gönner wurden für dieses grosse Projekt angefragt, unter anderem auch der Verein LebensWert. Wir konnten für den grossen Gemeinschaftssaal, der auch als Kapelle dient über die Hälfte der Baukosten beisteuern, einen Betrag von 42’150.- Franken.
Auf unserer Reise 2024 konnten wir uns von der Qualität des Projektes überzeugen.

Toamasina: Samstagsschule im Apostolat de la Mer

In dieser Stadt unterstützt «LebensWert» seit mehreren Jahren zwei Projekte. Eines davon ist eine Samstagsschule, in der vor allem die Kinder der Seeleute und der Fischer betreut werden. Auch hier sind es gegen 200 Kinder, die jeweils samstags im Apostolat Unterricht erhalten. Ferner werden sie hygienisch und ärztlich betreut und kommen mindestens einmal pro Woche in den Genuss vollwertiger Nahrung. Soweit nötig erhalten sie auch ärztliche Hilfe, Medikamente und Kleidung.

Der Verein «LebensWert» setzte sich auch hier für dringend nötige Verbesserungen der Infrastruktur ein. So wurden unter anderem im Jahr 2011 der Küchenausbau und die Sanierung des undichten Flachdaches des Schulgebäudes mit einem einmaligen Beitrag von CHF 12’000 ermöglicht.

Toamasina: Patenschaften (verwaltet vom Apostolat de la mer)

Zur Zeit bestehen 37 Patenschaften. Sie werden vom Apostolat de la Mer aufgrund schlechter finanzieller und familiärer Verhältnisse ermittelt und dem Verein «LebensWert» zur Annahme empfohlen.

Der Jahresbeitrag für eine Patenschaft beträgt CHF 400.

Patenschaften

Marolambo: Bau der Schreinerschule

Die grösste Herausforderung seit Bestehen des Vereins «LebensWert», war der Bau der Schreinerschule in Marolambo, zusammen mit dem französischen Hilfswerk REVIVERE.

Im Jahr 2007 zerstörte ein tropischer Wirbelsturm das provisorische Werkstattgebäude. Es diente der Ausbildung von jungen Schreinern. Leider musste der Betrieb in der Folge eingestellt werden. Nach eingehenden Abklärungen und positiven Reaktionen eines Spendenaufrufs, konnte dem Ersuchen des Oblaten-Ordens Ende 2008 für den Neubau grünes Licht gegeben werden. Die Baukosten beliefen sich gemäss Offerte auf rund CHF 80’000. Für das einmalige Hilfsprojekt hat LebensWert 80% übernommen, während sich REVIVERE mit 20% beteiligte.

Ende 2010 konnte nach relativ kurzer Bauzeit die von einheimischen Handwerkern erstellte Ausbildungsstätte in Betrieb genommen werden.

Inbetriebnahme im Oktober 2010

Die Schulungseinrichtung ermöglicht nun jährlich 15 bis 20 junge Männer aus dem Hinterland im Schreinerhandwerk auszubilden. Im oberen Stockwerk befinden sich die Wohnräume mit den sanitären Einrichtungen und im Erdgeschoss die Werk- und Schulungsräume. Als Ausbilder konnten zwei junge, qualifizierte einheimische Männer rekrutiert werden. Sie sind gleichzeitig auch als Schul- und Ausbildungsleiter verantwortlich. Werkzeuge und Maschinen wurden vorwiegend durch die dieses Projekt begleitenden Missionare besorgt. Die ein- bis zweijährige Ausbildung soll die jungen Männer befähigen, nach erfolgreichem Abschluss einfaches Mobiliar (Stuhl, Bank, Tisch, Betten usw.) und wetterfeste Behausungen (auch aus pflanzlichen Materialien) herzustellen. Um ihnen nach der Lehre den Einstieg ins Erwerbsleben zu erleichtern, erhalten sie neben einer Grundausbildung in Wirtschaftslehre auch eine rudimentär zusammengestellte Werkzeugkiste mit auf den Weg. Dies soll ihnen helfen, nach der Rückkehr in ihre Dörfer das erlernte Handwerk in den örtlichen Markt einzubringen und sich damit Eigenverdienst und eine positive Zukunftsperspektive zu beschaffen.

Personalbestand 2012:

2 Lehrpersonen

8 Lehrlinge im ersten Lehrjahr

9 Lehrlinge im zweiten Lehrjahr

Marolambo: Zentrum für Frauenförderung

In unmittelbarer Nähe der neuen Schreinerschule befindet sich das «Zentrum für Frauenförderung». Auch hier leistet «LebensWert» seit 2004 finanzielle Hilfe.

Die Schule unterrichtet im Dreijahresturnus bis zu 24 junge Frauen ab dem 15- ten Altersjahr. Auf dem Lehrplan stehen Alphabetisierung, allgemeine Hausarbeit, Körper- und Lebensmittelhygiene, Kindererziehung usw.

Im Juni 2010 wurde auch hier festgestellt, dass die Räumlichkeiten der Schulanlage (Schulungs-, Ess-, Schlaf- und Küchenräume), sowie die sanitären Anlagen in einem absolut desolaten Zustand sind und dringend saniert werden sollten. «LebensWert» hat dann 2011 auch dieses Projekt ins Infrastruktur-Programm aufgenommen, um mit einem einmaligen Hilfsbeitrag den Schülerinnen und dem Lehrpersonal zu besseren Bedingungen zu verhelfen. Vor allem sollen die seit langem unzumutbaren Zustände verbessert werden. Dies um so mehr, als sich das Zentrum in den vergangenen sieben Jahren erfolgreich entwickelt hat.

Ein Kredit von CHF 9’500 für das Zentrum ist zwischenzeitlich genehmigt worden und die Sanierungsarbeiten werden noch 2012 oder anfangs des nächsten Jahres verwirklicht. Diese Unterstützung soll vor allem den Schulbetrieb und die Ausbildungsstätte auch für die Zukunft sichern.

Masomeloka: Mittagstisch für die Schüler der Primarschule

Die Qualität der staatlichen Schulen ist in Masomeloka besonders schlecht. Dieses Dorf, im Südosten es Landes direkt am Meer gelegen, ist nur über Pisten in einer etwa 5 stündigen Fahrt, mit dem Boot oder zu Fuss zu erreichen. Die Lehrkräfte müssen ihren Lohn in de Provinzhauptstadt Mahanoro persönlich abholen. So fällt also monatlich die Schule für mindestens  4Tage aus. Weil der Ort so abgelegen ist, melden sich nur schlecht qualifizierte Lehrer für diese Schule.

Der Orden der Oblaten hat sich nun entschlossen eine konfessionsfreie Privatschule zu öffnen. Schon jetzt werden 120 Kinder in 4 Klassen unterrichtet. Jährlich wird eine weitere Klasse eröffnet. Da die Schulwege grossenteils sehr lang sind (die Kinder sind bis zu 2 Stunden unterwegs), ergab sich die Notwendigkeit, einen Mittagstisch anzubieten, welcher sehr rege benutzt wird. Zweimal wöchentlich wird dieser Mittagstisch durch die Elternschaft übernommen, einmal durch den Orden der Oblaten und einmal wöchentlich wird der Verein Lebenswert diesen Mittagstisch finanzieren. Dabei wird eine lokale Vollwertnahrung abgegeben, welche eine ausreichende Versorgung der Kinder mit Proteinen und Vitaminen gewährleistet.

Ihre Spende

Die vorgenannten Dauer-Projekte konnten bis anhin dank grosszügigen Spenden jährlich mit je CHF 2000 bis CHF 8000 unterstützt werden, wie auch die Kosten der zusätzlichen Leistungen für bauliche Sanierungen etc.. Damit der Weiterbestand und mit ihm die Zukunftsperspektive für die vielen jungen Menschen auf der «Roten Insel» gesichert wird, ist «LebensWert» weiterhin auf die Mithilfe der Spenderinnen und Spender angewiesen und dafür gebührt ihnen an dieser Stelle ein grosses, herzliches Dankeschön.

Spenden zur Unterstützung unserer laufenden Hilfsprojekte nehmen wir über die Raiffeisenbank in Eschenbach dankend entgegen. Auch Neumitglieder, die mit dem Jahresbeitrag von CHF 20 unsere administrativen Kosten decken, sind jederzeit willkommen.

Raiffeisenbank am Ricken
8733 Eschenbach
IBAN CH17 8080 8002 1040 4794 4

LebensWert
Bürgital
CH – 8716 Schmerikon